Martina Belz

Deliberate Practice („Reflektierte Praxis“) in der Emotionsfokussierten Therapie aus einer integrativen Perspektive

Menschen suchen eine Pschotherapeutin bzw. einen Psychotherapeuten auf, weil sie sich schlecht fühlen und sich von einer Therapie erhoffen, dass sie sich anschliessend besser fühlen. Hierzu passend zeigen aktuelle Befunde aus den Neurowissenschaften und der Psychotherapieforschung, dass emotionale Prozesse eine zentrale Rolle in der Behandlung psychischer Probleme spielen. So tragen sowohl die Tiefe des Erlebens von Patient*innen als auch das gemeinsame Fokussieren von Therapeut*innen und Patient*innen auf emotionale Prozesse zum Therapieerfolg bei – und zwar unabhängig von der therapeutischen Orientierung. Es liegt daher nahe, dem Arbeiten mit dem emotionalen Erleben von Patient*innen einen zentralen Platz in der Expertiseentwicklung von Psychotherapeut*innen einzuräumen. Die Emotionsfokussierte Therapie ist der Ansatz, der bereits eine lange Geschichte des Trainings im Umgang mit und im Nutzen von Emotionen im psychotherapeutischen Prozess aufweist. Der Beitrag zeigt, welche Wege die EFT hierzu entwickelt hat, wie Deliberate Practice (DP) das bestehende Training auch für Therapeut*innen anderer psychotherapeutischer Ansätze nutzbar machen und weiter verbessern könnte. Dabei wird sowohl auf empirische Ergebnisse wie auch auf eigene Erfahrungen der Referentin als Lernende und Lehrende der EFT aus einer integrativen Perspektive zurückgegriffen.