Thema 2027

Künstliche Intelligenz: Die Zukunft der Psychotherapie?

Wir freuen uns, Sie zur kommenden Tagung einzuladen. Nach unserer Tagung 2026 in Dornbirn und Bregenz setzen wir das Thema Künstliche Intelligenz fort – diesmal in Lausanne und mit einer zugespitzten Frage: Ist KI die Zukunft der Psychotherapie? Viele Menschen, die psychotherapeutische Hilfe suchen, wenden sich längst an KI-Systeme, während Psychotherapeut:innen noch zögern. Zugleich ist KI als Hilfsmittel in der Versorgung, im Verlaufsmonitoring, in der Ausbildung, in der Supervision und im Berichtswesen unter bestimmten Voraussetzungen bereits gängige Praxis. Das Symposium bietet Plenarvorträge und Workshops, in denen wir diese Entwicklungen gemeinsam verstehen, kritisch diskutieren und praktisch erproben.

Präkonferenz: Buchvernissage «La pratique délibérée en psychothérapie»

WANN: Donnerstag, den 18. März 2027, 18:15 Uhr
WO: Auditorium Jequier-Doge, CHUV, Rue du Bugnon 21, 1011 Lausanne

Am Vorabend des Symposiums lädt das Universitätsinstitut für Psychotherapie (IUP) zur Vernissage der französischen Ausgabe von Deliberate Practice in der Psychotherapie ein – mit Prof. Hanna Levenson (USA) und Prof. Franz Caspar (Schweiz). Anschließend Empfang mit den Herausgeberinnen und Herausgebern. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für weitere Details klicken Sie hier.

Symposium: Künstliche Intelligenz – Die Zukunft der Psychotherapie?

WANN: Freitag, den 19. März 2027, 8:30–17:15 Uhr
WO: Auditorium Christian Müller, Site de Cery, Route de Cery, 1008 Prilly-Lausanne

Künstliche Intelligenz hat Einzug in den Bereich der psychischen Gesundheit gehalten. Unter den Menschen, die psychotherapeutische Betreuung benötigen, greifen viele auf KI zurück, um Antworten zu finden. PsychotherapeutInnen hingegen zögern. Sich einem Algorithmus anzuvertrauen, der die Daten potenziell für andere Zwecke (kommerzielle oder politische) nutzen könnte – in einem ungeschützten Kontext und ohne jegliche Regeln –, kann iatrogene Auswirkungen haben und wirft offensichtliche ethische Fragen auf. Der Einsatz von KI als Hilfsmittel in der Versorgung, bei der Überwachung der Wirkung der Psychotherapie, in der Ausbildung von ÄrztInnen und PsychologInnen, zur klinischen Supervision sowie zur Erstellung klinischer Berichte, ist unter bestimmten Voraussetzungen gängige Praxis.

Diese Fachtagung befasst sich mit dem Thema KI in der Psychotherapie und wird konzeptuelle, praktische, ethische und klinische Fragen, sowie bestimmte Kontroversen im Zusammenhang mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz im Bereich der psychischen Gesundheit erörtern.

In ihren Plenarvorträgen geben Wolfgang Lutz, Andrei Popescu-Belis und Hanna Levenson Einblicke in drei zentrale Felder: datengestützte klinische Entscheidungsfindung bis hin zu einem KI-basierten, transtheoretischen Netzwerkmodell psychischer Belastungen und Ressourcen; die Frage, ob große Sprachmodelle psychotherapeutische Gespräche unterstützen oder gar ersetzen können; und den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der klinischen Supervision.

Am Nachmittag vertiefen vier klinische Workshops diese Themen praxisnah – von KI-gestützter Deliberate Practice im Training klinischer Fertigkeiten über datengestütztes Feedback im Praxisalltag bis zur Frage, wie Psychotherapeut:innen angesichts von KI „die Hand am Steuer“ behalten. Das anschließende Networking bietet Raum für den Austausch und die Vernetzung über Länder- und Sprachgrenzen hinweg.

Die Tagung wird gemeinsam vom Universitätsinstitut für Psychotherapie des Departments für Psychiatrie des CHUV, Universität Lausanne, den drei regionalen Netzwerken von PsychotherapeutInnen und ForscherInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich für Integration in der Psychotherapie interessieren, der Society for the Exploration of Psychotherapy Integration (SEPI) und der Österreichischen Gesellschaft für Integrative Therapie (ÖGIT) organisiert. Projektpartner ist der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP). Im Laufe der Jahre hat sich ein engagierter Teilnehmerkreis gebildet, den wir auch bei der kommenden Tagung gemeinsam weiter ausbauen und vernetzen wollen.

Die Unterrichtssprachen sind Französisch und Deutsch (oder Englisch), mit paralleler Untertitelung in der jeweils anderen Landessprache.

Wir laden Therapeut:innen ein, die diese Tagung als Fortbildung nutzen möchten und zugleich an einer internationalen Vernetzung interessiert sind.

Die Teilnahme kann sowohl vor Ort als auch online gebucht werden. 
Bitte klicken Sie hier zur Anmeldung.

Organisator:innen und Vortragende:

Wolfgang Lutz

Andrei Popescu-Belis

Hanna Levenson

Jean-Christophe Berger

Stefan Kühne

Ueli Kramer

Markus Böckle

Katharina Kubera

Workshops

Zwischen 14:00 und 15:45 Uhr finden die wählbaren Workshops statt. 
Die Details zu den Workshops 2027 finden Sie hier.

Organisatoren

Markus Böckle · Ueli Kramer · Katharina Kubera

Den detaillierten Tagesablauf finden Sie hier.

Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert.

Anrechnung:

Diese Tagung wird angesucht, um vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) als Fortbildung für PsychotherapeutInnen gemäß der Fort- und Weiterbildungsrichtlinie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) im Ausmaß von insgesamt acht Arbeitseinheiten (8 AE) zertifiziert zu werden.

In der Schweiz werden 8 Credits SIWF/BAG (ISFM/OFSP) vergeben; am Ende der Veranstaltung wird eine Teilnahmebestätigung ausgestellt.

Blick von der Esplanade der Kathedrale über die Dächer von Lausanne auf Genfersee und Alpen
© LT/Christian Meixner Fotografie